Veranstaltung zum Thema Postwachstumsgesellschaft fand große Resonanz

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Auf Einladung des Bund Naturschutz Volkach fanden sich 150 Interessierte in das Katholische Pfarrheim ein, um die Referentin Dr. Jenny Lay-Kumar, Universität Freiburg, zu erleben. Für den Vorsitzenden Willi Freibott bedeutete es ein Glücksfall, dass es gelungen war, eine hochkompetente Expertin zu einem so aktuellen und brisanten Thema nach Volkach zu  holen. Der BN Kreisvorsitzende Manfred Engelhard betonte in seiner Einführung, dass es wichtig sei, sich nicht von den Problemen der Zukunft lähmen zu lassen oder gar zu kapitulieren. Vielmehr müsste jeder von uns jetzt mehr tun, um die sich abzeichnenden ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Diesen Gedanken nahm die Wissenschaftlerin und Verfechterin des Netzwerks „Wachstumswende“ auf und hob das Motto hervor: „Aktiv sein, statt resignieren, kooperieren statt konkurrieren“. Ziel  unseres Denkens und Handelns müsse es sein, dass genug für alle und für immer da ist. Wohlstand müsse neu definiert werden. Es gebe eben nicht nur das Bankkonto und den Güterwohlstand in Form von Auto, Immobilie, Design Möbel, etc. Der  Wert eines Beziehungs- und Zeitwohlstands würde vor allem in der sogenannten entwickelten Welt häufig viel zu gering eingeschätzt. Wer sich vor lauter Stress wie in einem Hamsterrad fühlt, habe bereits die gesunde Grenze überschritten und bemerke den wahren Wert von Balance und wahrem Wohlstand oft viel zu spät. Einen großen Beitrag zu unserem Verhalten trage unsere Wachstumslogik bei, die Wirtschaftswachstum und Konsum um jeden Preis in den Mittelpunkt stellt. Die Konsequenzen für die Umwelt seien dramatisch: Rohstoffe würden weltweit in wenigen Generationen ausgebeutet. Wasser  und Böden würden mit Chemikalien, Giften, Plastik  und Nitrat verunreinigt. Unsere Luft würde qualitativ immer schlechter. Dazu würden die Schadstoffe von Kraftfahrzeugen, Schiffen, Flugzeugen, Heizmaterialien stark beitragen und die Atmosphäre aufheizen sowie das Klima verändern. Die Folgen seien bereits sehr deutlich spürbar: Extreme Wetterverhältnisse, lange anhaltende Heiß- und Trockenperioden, Abschmelzen der Gletscher, Auftauen der Dauerfrostkerne in Gebirgen, Stürme mit der Wucht von Orkanen und Tornados, Anstieg des Meeresspiegels und ein beängstigendes Artensterben. „Angesichts dieser Entwicklungen reicht ein bisschen Nachhaltigkeit nicht mehr aus. Wir müssen weg von der bedingungslosen Wachstumsstrategie hin zu einer neuen Denkweise, einem Kulturwandel, sonst benötigen wir für unseren Verbrauch die Ressourcen von drei Erden “, betonte die Wissenschaftlerin. Allerdings müsse der Weg zur  Postwachstumsökonomie demokratisch und in mehreren Schritten erfolgen. Es gelte das richtige Maß zu finden durch Einpreisen von Schäden an Natur und Umwelt, mehr Regionalökonomie, eine vernünftige Entschleunigung, Zunahme an Wohlstand ohne Überproduktion und Übernutzung. Die notwendigen  Anstrengungen, die Zeit und die Überzeugungsarbeit, die jeder aufbringen müsste, würden sich lohnen und könnten tragfähige Brücken in die Zukunft bauen.


Besuch eines Bio-Bauernhofes in Dingolshausen

30.09.2018: Wir besuchten einen Charolais Aussiedlerhof in Dingolshausen!
Artgerechte Tierhaltung suchten und fanden wir auf dem Rinderhof Behringer in Dingolshausen. Rosi Behringer führte unsere Besuchergruppe durch die weitläufige Hofanlage mit offenen Ställen und angrenzenden Wiesen und Hecken. „Wir halten 150 Charolais Rinder. Aber auch vier Pferde, zwei Hängebauchschweine gerettet aus Tierversuchen und zahlreiche Schafe, Ziegen, Puten, Gänse, Enten, Perlhühner sind hier beheimatet und laufen frei herum“, erklärte die Landwirtin. Bei den Rindern handle es sich um eine französische Fleischrasse, die sehr robust sei. Die Mutterkuhhaltung sei jedoch sehr arbeits- und kostenintensiv. Denn die Tiere könnten sich entscheiden, ob sie sich lieber auf Stroh in einem der Ställe aufhalten oder im Freien auf der Wiese die Sonne genießen wollen. Außerdem wirke sich für die Kälbchen die lange Zeit bei ihrer Mutter sehr positiv aus. Der Herdeverbund umfasse ein breites Familien- und Altersspektrum: Omas und Tanten würden der Herde Stabilität geben.  Ein wichtiger Aspekt: Die Tiere würden nur hofeigenes Futter bekommen. Unser Vorsitzender Willi Freibott sprach der Familie Behringer seine Begeisterung und Hochachtung dafür aus, dass das Tierwohl eine besondere Bedeutung bei der Tierhaltung auf dem Charolaishof einnehme und auch für eine möglichst stressfreie Schlachtung gesorgt werde. Der Inhaber Robert Behringer gab den Naturschützern noch drei Wünsche mit auf den Weg: Die Verbraucher sollten Fleisch als hochwertiges Lebensmittel ansehen und wertschätzen. Das Tierwohl sollte vor dem Profit an erster Stelle stehen. Und es sollte mehr Solidarität zwischen den Landwirten herrschen. Der Landwirt brachte es auf den Punkt: „Gefragt, wie ich den Hof zu optimieren gedenke, habe ich geantwortet: Danke, den Tieren geht es bereits optimal. Das mögen und schätzen unsere Kunden in unserem Hofladen in der Ortsmitte von Dingolshausen.“ Wir danken der Familie Behringer sehr für ihr Engagement und der mit Herzblut durchgeführten Hofbesichtigung!


Kinder bauen Insektenhotels beim Ferienpass

Teilnehmer der Volkacher Ferienpassaktionen

August / September 2018: Den acht Kindern stand die Begeisterung ins Gesicht geschrieben: Insekten zu helfen, kann viel Spass machen. Vor allem, wenn man selbst fachkundig unterstützt wird. Unser Vorsitzender Willi Freibott und seine Stellvertreterin Gerda Hartner hatten alles für den Bau der Insektenhotels vorbereitet: Holzgehäuse, Lehm, abgelagerte Holzstücke, hohle Stängel und Draht. Die beiden Naturschützer freuten sich über den Tatendrang der Kinder, die nach kurzer Einweisung bereits Lehm formten und die Löcher für die Niströhren hineinstachen, Stängel in die richtige Länge schnitten und sie gebündelt in die Holzgehäuse steckten. Allerdings gab es auch viel zu beachten: So durften die Bohrungen in die Längshölzer nicht zu dicht nebeneinander gesetzt werden und mussten glatte Innenseiten aufweisen, damit keine Risse entstehen können. Denn Risse im Holz können laut Gerda Hartner die empfindlichen Flügel verletzen, was den Tod der Insekten bedeutet. Oder es können Parasiten in die Brutlöcher eindringen, wodurch der Nachwuchs gefährdet ist. Die Öffnungen von Lochziegeln seien zu groß und können höchstens dazu dienen, Bambusröhrchen aufzunehmen. Der Vorsitzende betonte, dass die große Vielfalt der Wildbienen, zu denen auch die Hummeln gehören, hohe Ansprüche an die Nisthilfen stellt. Aber der Bau von Wildbienen- Nisthilfen lohne sich. Denn ohne unsere Insektennützlinge sei die Bestäubung vieler Blütenpflanzen in Gefahr. Allerdings seien Wildbienen gerechte Gärten und Landschaften mit einem ungespritzten, breiten Nektar- und Pollenangebot Voraussetzung für das Überleben der wichtigen Lebewesen. Und: Je naturnaher der Garten sei, desto schneller würden sich Wildbienen im Insektenhotel ansiedeln. Die beiden Organisatoren dankten allen, die mitgeholfen haben, den Nachmittag interessant zu gestalten und lobten die Kinder für ihren Eifer und Einsatz. Jedes Kind durfte sein selbst zusammengestelltes Insektenhotel mitnehmen. Wir vom BN haben außerdem noch zwei Kochkurse veranstaltet. Leiterin war ebenfalls unsere Gerda Hartner, die durch ihre frühere Tätigkeit als Hauswirtschaftslehrerin prädestiniert ist für allerlei rund um gutes Essen und dessen Zubereitung. Danke allen Teilnehmern und Lehrer*innen!

 


Erfolgreicher Bürgerentscheid gegen Hotel am Main

Ergebnis Bürgerentscheid Hotel am Main Volkach
Dankes-Plakat von LAMA, Grüne, Bund Naturschutz
Die Ansicht vom Boden aus
Als Bündnis haben wir die Unterschriften übergeben: Hans Schneider (BN), Anita Wagenhäuser (BN), Regina Hetterich (Grüne), Birgit Rottmann-Barth (LAMA), Manou Wahler (LAMA), Andrea Rauch (LAMA), Elmar Erhard (LAMA)

Juli 2018: Fast 80 % der Wählerstimmen aus Volkach und seinen Stadtteilen sagen "NEIN" zum geplanten Hotel am Main. Damit mündet fast ein Jahr Arbeit in einen wunderbaren Erfolg. Diese Projekt hat es zu überregionalem Interesse gebracht, schließlich war der Ort Volkach bisher für seine Naturverbundenheit bekannt. Wir wollten es nicht hinnehmen, dass dieser letzte grüne Fleck am Main einem privaten Bauprojekt zum Opfer fallen sollte. Ein über 135 Meter langes und 12 Meter breites Hotel, das im Überschwemmungsbereich und Landschaftsschutzgebiet gebaut werden sollte, hatte Protest der breiten Bevölkerung hervorgerufen. Die Fläche sollte verkauft werden zum ortsüblichen Gewerbegebiets-Preis, anstatt sie als Teil einer geplanten Mainvorlandgestaltung zu sehen. So entstand ein Aktionsbündnis rund um unsere BN-Ortsgruppe, den GRÜNEN Volkach, und der neu gegründeten Bürgerinitiative LAMA Landschaftsschutz Mainschleife. Nachdem eine Unterschriftenübergabe durch unseren Vorsitzenden Willi Freibott beim Bürgermeister im Februar auf Nichtbeachtung stoß, wurde von Vertretern der drei Bündnispartner ein Bürgerbegehren ins Leben gerufen. Schnell fanden sich mit über 1700 Unterschriften mehr als doppelt so viele Befürworter als gefordert, um einen Bürgerentscheid einzuleiten. Am 29. Juli 2018 schließlich entschieden die Volkacher Bürger ganz klar: Die Stadt Volkach solle die Fläche am Main nicht an einen Privatinvestor verkaufen, sondern lieber im Zuge einer naturnahen Umwandlung die Uferpromenade für Einheimische und Gäste attraktiv machen. Der Bürgerentscheid ist ein Jahr gültig - wir bleiben dran und hoffen, die Stadträte beziehen uns künftig besser in ihre Arbeit rund um Bebauungspläne ein.


Großes Interesse an BN-Vogelstimmenwanderung

 

29. April 2018: 47 Vogelfreunde trafen sich am Freibad Volkach, um die Vogelwelt an der Mainschleife am Gesang kennenzulernen. Unser Vorsitzender Willi Freibott freute sich über das Rekordinteresse an der Vogelstimmenwanderung. „Immer mehr Menschen sorgen sich um die Vielfalt in der Vogelwelt und wollen wissen, welche Wildvögel im eigenen Garten so wundervoll singen oder den Spaziergang in der Natur mit ihrem Gesang derart bereichern“, betonte der Naturschützer in seiner Begrüßung. Unter der fachkundigen Führung von Dr. Manfred Lang führte die Route am Astheimer Quittenlehrpfad entlang. Der Vogelexperte zeigte den Interessierten, wie sich die einzelnen Vogelstimmen aus dem Gewirr von Vogelrufen und –gesängen heraushören lassen und welche Stimme zu welcher Vogelart gehört. Schnell konnten die Vogelbegeisterten die Stimmen unterscheiden: die lauten und dominanten Strophen der Winzlinge in der Vogelwelt, wie der  Mönchsgrasmücke und des Zaunkönigs, aber auch das laute Schlagen des Buchfinks sowie das leise Zwitschern der Heckenbraunelle und das Gurren der Hohltaube. Bei nahen Vogelverwandten, wie dem Fitis und dem Zilp Zalp mussten alle besonders aufmerksam sein, um die Unterschiede festzustellen.  Der Experte erläuterte auch die Entstehung unterschiedlicher Akzente, die sich bei derselben Vogelart entwickeln können. Da Vögel ihre Gesänge vom Vater erlernen, könne bei dessen Ausfall der Jungvogel von einem Ersatzvater geprägt werden.  Für die Vogelfreunde war die Wanderung  ein Erlebnis. Besonders begeisterte  der Ornithologe mit seiner Fähigkeit, Vogelstimmen ohne fremde Hilfsmittel nur mit dem Mund nachzuahmen. Nicht selten fielen  selbst Vogelmännchen  auf die imitierten Stimmen herein und hielten den Vogelkundler  für einen Wettbewerber in ihrem Revier. Um den vermeintlichen Rivalen zu vertreiben, kamen die Vögel sehr  nahe an die Gruppe heran und konnten gut beobachtet werden.  Lang lobte die natürlichen Strukturen am Astheimer Qittenlehrpfad. Dichte Hecken neben Streuobstwiesen mit altem Baumbestand, hohes Gras neben von Blättern und Totholz bedecktem Boden würden den Singvögeln ideale Lebensbedingungen mit Schutz und Deckung, Nahrung und Brutmöglichkeiten bieten. Der Vogelexperte warb für die Erhaltung der naturnahen Landschaft ohne den Einsatz von Giften, ohne eine aus Natursicht überflüssige Mulch- und Aufräumtätigkeit, die gerade den Bodenbrütern im Frühling die Deckung rauben und ihre Zahl schrumpfen lässt.  Mit dem Ergebnis der Vogelstimmenwanderung waren alle zufrieden:  Die Gruppe konnte  die Gesänge von 26 Vogelarten bestimmen. Gleichwohl äußerte der Vogelexperte seinen Eindruck, dass es in den letzten Jahren stiller in der Vogelwelt geworden sei. Manche Arten seien gar nicht mehr zu hören.  Sein Appell, dass jeder seinen Beitrag für eine intaktere Natur, ob im eigenen Garten, in der Flur oder im Wald leisten könne, stimmte alle sehr nachdenklich.


Jahreshauptversammlung mit Wahl des neuen Vorstandes

Vorstand BN Ortsgruppe Volkach
Der neue Vorstand des BN Volkach / Mainschleife: v.l.n.r. Ehrenvorsitzender und Beisitzer Hans Schneider, Beisitzerin Andrea Rauch, Beisitzer, Erich Helfrich, Vorsitzender Willi Freibott, Schriftführerin Anita Wagenhäuser.

13. April 2018: Unsere Jahresversammlung stand unter dem Motto „Naturlandschaft an der Mainschleife bewahren“.
 
Außerdem trafen wir uns im katholischen Pfarrheim Volkach, um einen neuen Vorstand zu wählen. Für vier Jahre wurden einstimmig gewählt: zum Vorsitzenden Willi Freibott, zur stellvertretenden Vorsitzenden Gerda Hartner, zur Schriftführerin Anita Wagenhäuser, zum Kassenwart Arthur Fuchs, zu Beisitzern Ehrenvorsitzender Hans Schneider, Andrea Rauch, Peter Kirchner, Erich Helfrich.
 
Der Geschäftsstellenleiter der BN-Kreisgruppe Kitzingen Klaus Petter brachte es beim Thema Insektenrückgang auf den Punkt: „Zuerst stirbt die Biene, dann der Mensch“. Sein Credo: „Wenn wir die Landschaften für Bienen und andere nützliche Insekten nicht wieder lebensfreundlicher gestalten, werden wir zu bestäubungsfreien Zonen kommen.“ Für den passionierten Imker wird die Entwicklung immer paradoxer: Auf der einen Seite würden die natürlichen Lebensräume vernichtet, indem die Landschaft immer schneller zubetoniert werde. Die natürlichen Strukturen wie Hecken und Streuobstwiesen seien vielerorts auf winzige Flecken reduziert und die Felder mit Insektengiften, Herbiziden gegen Pflanzen und Fungiziden gegen Pilze zu weitgehend naturfreien Monokulturen verändert worden. Diese Giftmischungen seien nicht tödlich für die Bienen, sondern machten sie orientierungslos, vergleichbar mit der Demenz beim Menschen. Effizienz stehe in der Landwirtschaft im Fokus, denn Lebensmittel sollen immer billiger erzeugt werden. Auf der anderen Seite hätten wir uns in den letzten Jahrzehnten an die Überproduktion und Exportabhängigkeit in der Landwirtschaft auf Kosten der Natur gewöhnt. Petter appellierte an die Politiker, mit einer gezielteren und besseren Agrarförderung den Landwirten zu helfen, wieder Erhalter der Artenvielfalt zu werden.
 
Der Leiter der BN Kindergruppe Michael Zwanziger betonte, dass er Landwirten anbiete, die Todesrate von Eidechsen und Amphibien bei der maschinellen Pflege von Gräben und Hängen zu reduzieren. Mit der Kindergruppe würde er vor der Mahd die Tiere verscheuchen und so vor dem sicheren Tod retten.
 
Ebenfalls um die Rettung der Natur ging es beim Bericht von Björn Schotta. Der Vorsitzende des Vereins zum Erhalt der Nordheimer Au erklärte, dass sich der Nordheimer Gemeinderat und immer mehr Nordheimer Bürger gegen den Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au aus guten Gründen aussprechen würden.
 
Um die Bewahrung der Natur und des Landschaftsbilds der Stadt Volkach ging es Elmar Erhard, Vorsitzender der vor kurzem gegründeten Initiative LAMA Landschaftsschutz Mainschleife. Sein Bericht umfasste die Auswirkungen eines zwölf Meter hohen Hotels auf Stelzen direkt am Main im Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet, das seit Generationen von der Bebauung aus guten Gründen freigehalten worden sei. Die Initiative habe ein Bürgerbegehren gegen die Überlassung der städtischen Grundstücke an den Investor und den Hotelbau initiiert und sammle In Volkach und Eingemeindungen Unterschriften. 


Der richtige Obstbaumschnitt - weniger ist oft mehr.

10.02.2018: Auf unsere Einladung trafen sich trotz frostigen Wetters 12 Teilnehmer zum Obstbaumschnittkurs auf einer nahe der Stadt Volkach gelegenen Streuobstwiese. Unser Vorsitzender Willi Freibott freute sich in seiner Begrüßung über das Interesse an dem gut durchdachten Schnittsystem des erfahrenen Landschaftspflegers Erich Rößner. Zeige es doch, dass alte, ökologisch sehr wertvolle Obstbaumsorten auf Streuobstwiesen oder in Gärten noch vorhanden seien. Zwar benötigten Bäume zum Wachsen nicht den Menschen, aber bei veredelten Obstbäumen auf stark wachsenden Hoch- und Halbstammunterlagen stehe meist die Entwicklung einer gut ausgebildeten und ausgereiften Frucht und eines gesunden, vitalen und stabilen Baumes gleichermaßen im Fokus. Der Experte stimmte dem Vorsitzenden zu:“ Es  sind viele Dinge zu beachten, um den Schnitt für Früchte und Obstbaum gleichermaßen positiv zu gestalten, wobei weniger oft mehr ist. Voraussetzung sei das Verwenden von scharfen Qualitätswerkzeugen, wie einer Säge, einer Schere und einem Messer, mit denen sich glatte gut heilende Schnitte bewerkstelligen lassen. Bevor man schneidet, sei für jeden einzelnen Obstbaum eine eigene Strategie erforderlich. Denn der Baum sollte möglichst wenig  verletzt werden und die Früchte trotzdem Licht, Sonne und  Luft erhalten. Deshalb sei der Pflanzschnitt wichtig, der dem frisch eingepflanzten Bäumchen bereits seine Form gibt. Der Landschaftspfleger betonte, dass er die  pyramidenähnliche Form bevorzuge, weil sie die natürliche Baumentwicklung berücksichtige. Beim späteren Erziehungsschnitt würde diese Struktur konsequent weiterverfolgt. Der Vorteil sei, dass beim jungen Baum die Schnitte noch klein und die Verletzungen geringfügig seien. Von der Theorie zur Praxis: Rößner führte zur Veranschaulichung bei einigen Bäumchen Erziehungsschnitte mit einer stabilen Pyramidenform durch. Er wagte sich aber auch an alte Bäume. Bei Biotopbäumen, die bereits vom Specht gezimmerte Bruthöhlen für Singvögel aufweisen, schnitt er sehr wenig und nur mit dem Ziel, den Zusammenbruch der Bäume hinauszuzögern. Denn diese Bäume seien für die Natur sehr wertvoll und müssten unbedingt erhalten bleiben. Noch vitale Obstbäume erhielten einen naturnahen Erhaltungsschnitt. Dabei  ging der Fachmann  nach dem traditionellen Schnittgrundsatz vor: Zuerst die dürren Äste, dann die kranken und solche, die sich reiben. „Mit dem Baumschnitt und dem Schnittzeitpunkt lässt sich so manche Entwicklung steuern“, erklärte der Experte. So könne man einen hohen Fruchtansatz  aber auch ein höheres Baumwachstum fördern. Die begeisterten Teilnehmer waren sich nach dem zweistündigen Kurs einig: Der richtige Schnitt zur richtigen Zeit, mit Augenmaß und System, kann die Vitalität der Obstbäume stärken und den Früchten zu einem gesunden Wachstum verhelfen.

 


BN Neujahreswanderung im Zeichen des Hochwassers

Alle Wanderer hatten viel Spaß trotz der kalten Temperaturen.

07.01.2018: Unsere geplante Neujahrswanderung in die Volkacher und Nordheimer Au fiel 2018 buchstäblich ins Wasser. Weite Gebiete der Auenlandschaft waren überflutet und unzugänglich. Unser Vorsitzender Willi Freibott führte die 21 Naturinteressierten stattdessen durch die Astheimer Weinberge zur Vogelsburg, einer der höchsten Aussichtspunkte der Mainschleife und ein stark frequentiertes Ausflugsziel. Der Ausblick über die entstandene Seenlandschaft war an diesem Tag für alle überwältigend. Das Hochwasser bot aber auch reichlich Gesprächsstoff. Für unseren  Ehrenvorsitzenden Hans Schneider zeigt das Überschwemmungsgebiet deutlich, dass unsere Vorfahren an der Mainschleife vernünftig gehandelt haben und bisher kaum Bebauung im Außenbereich zuließen. Denn gerade in unserer eher regenarmen Heimat vergesse man schnell, dass starke, in kurzer Zeit anfallende Regenmengen viel Raum bräuchten, um die Schäden gering zu halten. Die Au-Landschaften am Main seien prädestiniert, um einen natürlichen Hochwasserschutz zu gewährleisten. Die Flutwellen würden verlangsamt, das Wasser könne sich ausbreiten und im Boden versickern. Wichtig dabei sei, dass der Boden weder verdichtet oder versiegelt, noch gedüngt und gespritzt wurde. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass unser Trinkwasserschutz Schaden erleiden könnte. Die Naturfreunde waren sich einig, dass die Au als natürlicher Hochwasserschutz zeitgemäß und vernünftig sei. Letztlich sei es viel teurer, technischen Hochwasserschutz zu betreiben, als die Au mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Denn eins sei sicher: Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser.